Start Buio Omega Club Edgar Wallace Treffen Wolf C.Hartwig Robert Hoffmann Horst Frank Herbert Fux Fred Williams Friends Family Dan van Husen Gisela Hahn
Karin Dor Mandy Mystery Ann Smyrner Al Cliver Jess Franco Matthias Hues Francesca Tu Arthur Brauss Maria Rohm Malisa Longo
Jetzt kommen wir zu einem weiteren historischen Thema, "Die Nibelungen."
Ja der Harald Reinl war leider Gottes ein Tyrann, ein fürchterlicher Mensch. Der ist ja auf Teneriffa von seiner Frau erstochen worden. Der hat mich dermaßen schlecht behandelt während der Drehzeit, das gelang ihm aber nicht so recht, weil ich damals schon Rückrat hatte. Ich kann mich noch gut erinnern als ich mein neues Kostüm anhatte, war dort eine Lache, und Reinl sagte zu mir:" wälz dich doch darin das tust du doch so gerne." Nur weil die Karin Dor - die hinter dem Terence Hill her war, was ihn sehr frustriert hat - sich von mir ein Buch ausgeliehen hatte, "Im Wendekreis des Krebses". Das hat er bei ihr auf dem Nachtschränkchen gesehen, und meinte:" wo hast du denn den Dreck her!" Und dann kam er eines Tages um die Ecke geschlichen, hier in der Herzogstr., und sagte:" Bub i kon dir nit die Hond geben, schau mal hier." Da hatte er eine völlig verkrüppelte rechte Hand gehabt. Ich fragte ihn wie er das gemacht habe, er antwortete :"Ja weist du, ich hab auf Teneriffa 24 Apartments gerettet weil das heiße Wasser ausgetreten ist, ich hab versucht die Hauptleitung zu schließen." Top Of Page
Haben sie auch Artur Brauner getroffen?
Ja, Atze Brauner habe ich oft getroffen, Atze ist ein . . . , er hat ja jetzt erst wieder eine schlechte Presse, mit seiner Tochter. Wissen sie, wenn jemand mit 90 Jahren noch mit so etwas in der Zeitung steht, tut er mir leid. Aber er hat ja auch Leute dazu gebracht das sie fast geweint haben, weil er nie Gagen richtig gezahlt hat, und lieber Hochhäuser in Spanien gebaut hat, und kleine Schauspieler hat warten lassen bis zum geht nicht mehr. Das sind meine Erinnerungen an die "Nibelungen". Sonst war das eine sehr schöne Zeit in Belgrad, nicht nur die Dreharbeiten auch die Leute in Jugoslawien, man kann das ja gar nicht glauben, was da für eine Scheiße passiert, mit diesem Krieg. Die Menschen dort sind dermaßen freundlich . . . Top Of Page
Sie hatten schon erwähnt, das der Mario Girotti/Terence Hill damals schon das Angebot für einen Western in Italien hatte.
Ja, der hat schon während der Dreharbeiten zu den "Nibelungen" immer mit einem Colt seine Fingerfertigkeit geübt. Und ohne Sattel ist er immer geritten. Einmal ging sein Pferd durch und da hat er den Hagen, den Siegfried Wischnewski, umgeritten in seiner ganzen Montur. Ich weis noch gut als der Nibelungenzug für einen Dreh vor dem Sonnenuntergang aufgebaut wurde, das ist ja wie die Sonnenfinsternis. Hunderte von Komparsen mit ihren Pferden und alle in ihren schweren Rüstungen, mit Schild, Helm, Panzer, Handschuhen usw. Da darf sich natürlich keiner bewegen, das ist wie ein Puzzle, der Regieassistent hat Blut und Wasser geschwitzt. Plötzlich geht das Pferd von dem Mario durch und haut den Hagen um, der war platt wie irgend etwas! Top Of Page
Der Herbert Lom war auch in den "Nibelungen" . . .
Herbert Lom, ja ja. Ein sehr sehr ernster und mechanischer Mensch, möchte ich fast sagen. Herbert Lom hat immer sein Emil, seinen Butler dabei gehabt, und dann nach jedem Satz nach dem Drehbuch gefragt:" Waht am I doing after this? (Williams imitiert Lom), I Look her, and than there, and then i go there, Emil please the script" Der hat alle 5 Minuten sein Drehbuch gebraucht um seinen Dialog noch mal zu lesen. Bei dem ging alles nach Schema, zuerst schaust du da hin, dann da hin, ich weis nicht ob die Amerikaner es so machen, aber der hat nichts aus dem Bauch heraus gemacht, das war reine Mechanik. Wie der Christopher Lee eigentlich auch. Top Of Page
Dann kam "La Dolci Signori" von Luigi Zampa . . .
Da spielte ich einen Gärtner, das ist aber eine unwichtige Rolle gewesen. Meine Partnerin war Claudine Auger, eine hübsche . . . Ein guter Regisseur trotzdem, der Luigi Zampa. Top Of Page
Dann spielten sie in der ersten deutschen Farb- Fernsehserie "Rinaldo Rinaldini".
Ja das wurde alles in Jugoslawien gedreht. Das lief wie die Feuerwehr, damals habe ich gut eine halbe Million Fanbriefe bekommen. Dr. Müller war der Produzent, der wollte dann noch eine zweite Staffel machen. Als "Orlando Orlandini" sollte ich wieder auferstehen, die Serie sollte noch teurer werden, mit Schiffen usw. Aber dazu ist es nie gekommen. Schade, den ich mochte den Regisseur Franz Cap, mit ihm habe ich mich gut verstanden. Ich hatte eigentlich immer Glück mit meinen Regisseuren. Bei Leuten mit denen ich eine herzliche Beziehung aufbauen konnte, kam mehr heraus als bei denen die Kopfgesteuert waren. Gerade heute wird alles nur noch mit dem Kopf und mit der Technik hergestellt, alles was gespielt wird ist oberflächlich, man merkt es ist gespielt. Ich finde wenn man etwas spielt, ist es schon verspielt. Top Of Page
Ihre zweite Fernsehrolle war "Salto Mortale", in Folge 5. Wurden sie in der Stierszene gedoubelt?
Nein Nein das war kein Double, das war ich. Das war schon gefährlich. Wir haben allerdings dem Stier schon ein wenig die Hörner abgefeilt. Das war ein guter Stier, ein richtiger Brocken, der hat dem Saarländischen Rundfunk 6000,- Mark gekostet. Regie sollte eigentlich nicht der Harald Braun führen, und deshalb wollte der Braun für meine Rolle einen echten Südländer. Ich habe aber schon meinen Vertrag gehabt. Ich hab gesagt entweder ihr zahlt mich aus oder ich spiele. Top Of Page
Danach ging es wieder nach Frankreich, zu Bernard Borderie`s "Catherine".
(Ich zeige Fred Williams das Filmprogramm auf dem die Hauptdarstellerin Francine Berge abgebildet ist) Sie sehen ja, das hätte ich ihnen gleich sagen können, das diese Frau keinen Erfolg haben kann als Filmstar. Die wollten auch daraus eine Serie machen. Hier schaut sie ja noch ganz gut aus, aber die hat ein Pferdekopf wie Katja Epstein. Das hat alles nicht gestimmt, sie war keine Schauspielerin, sie war affektiert, eine trübe Tasse war sie. Das ist jetzt ziemlich hart, aber auch objektiv. Ich will um Gottes Willen niemanden schlecht machen, aber wenn jemand nicht geeignet ist, soll er es lassen. Die wurde vom Produzenten gepuscht, der hatte einen schlechten Geschmack. Top Of Page
Claude Brasseur war auch dabei . . .
Brasseur ja, mittlerweile einer der bekanntesten Schauspieler Frankreichs. Mit ihm hatte ich eine witzige Szene, den ich mußte ihn erniedrigen, in dem ich ihm das Ohr umdrehte und so 6 Meter vor mir her trieb. Das wollte er sehr ungern spielen, und er instruierte mich in so fern, das ich sein Ohr nur ganz sanft anfassen solle. Ich machte ihm aber klar das ich das schon richtig greifen müßte, wenn es nach etwas aussehen solle. Er wollte irgend wie um diese Szene herumkommen, da spielte auch noch mit rein das ich Deutscher war und er Franzose. Der Regisseur ist fast ausgeflippt, der sagte: "was ist los? du spielst mir das jetzt!" Der Claude Brasseur ist ja im Leben schon ein Schauspieler, wie sein Vater, der Piere Brasseur. Ich habe ihn mal vor kurzem besucht in Paris, da hat er Theater gespielt. Er hat sich unheimlich gefreut, aber er redet mit Händen und Füßen. Und er ist ein ganz patenter Mensch geblieben, ein Mann aus dem Volke Top Of Page
Haben sie Horst Frank auch bei den Dreharbeiten getroffen?
Nein, kenne ich auch nicht persönlich. Top Of Page
Wolf C. Hartwig produzierte dann ihren nächsten Film "Madame und ihre Nichte". Das war für sie das erste und einzige Mal in einer Rapid- Produktion.
Hartwig, ein kleiner aufgeblasener Fatzke. Ich fand ihn nicht bedeutend, er hat eine Nase gehabt um Geld zu machen. Der hat dann die Veronique Vendell geheiratet, wahrscheinlich nur um sein Ego zu befriedigen. Die, mit der er vorher zusammen war, war toll, wie hieß sie noch mal . . .? Dorothee Parker, die war super. Die hat auch bei "Madame und ihre Nichte" alles organisiert, sie war sehr rührig und sehr nett. Sie war zwar ein wenig überzüchtet, mit ihrem feinem schmalen Gesicht und so, ja, irgend wie hätte man sie für überheblich halten können, dabei war sie sehr nett. Sie war auch eine enge Freundin von dem Regisseur Schröder. Ein sehr feinsinniger/kultivierter Mensch, der hat sich umgebracht, er hat den Gashahn aufgedreht . . . " Er war sehr depressiv, hat Valium geschluckt . . . Das hat mich sehr getroffen! Top Of Page
Und wie waren die Dreharbeiten?
Madame und ihre Nichten", ja . . . wo die mich schlecht gemacht haben . . . Die Kubitschek war immer eifersüchtig auf die junge Edwige Fenech, mit der ich eine kurzes Verhältnis hatte. Top Of Page
Die war ja damals noch zu haben.
Nein, die hatte zu der Zeit schon jemanden in Frankreich. Die war toll, super, eine Französin ohne Komplikationen so zu sagen. Top Of Page
Und wie war die Kubitschek?
Na ja, sie ist eine Theaterschauspielerin die es gewohnt ist Minutenlange Dialoge durchzuziehen. Und mir ist es passiert dass ich bei einem Dialog gestockt habe, was kein Problem ist, da man es wiederholen kann, da hat sie schon das erste mal einen Anfall gekriegt. "Das hat kein Fluß . . .", schrie sie auf, etc. Natürlich habe ich dann auch auf meine weise zurückgeschlagen, was sie sehr verletzt hat. Sie hat mich dann abends auch öfters angerufen und sagte mir ich wäre gemein. "Nein", sag ich, "gemein bist du, da können wir uns die Hand reichen." Top Of Page
Danach drehten sie dann noch einmal mit Bruno Corbucci, "Isabell- Mit blanker Brust und spitzem Degen." Brigitte Skay war auch dabei!
Von Brigitte Skay weiß ich nur noch, daß sie unglaublich kurzsichtig war. Die hat damals schon Zentimeter dicke Brillengläser tragen müssen. Ich hatte mit ihr auch einige Fechtszenen, da bin ich zum Corbucci und habe ihm gesagt daß das so nicht geht, das war ja Lebensgefährlich. Die Brigitte ist dann bei den Fechtszenen gedoubelt worden. Top Of Page
Wie sind sie dann von München an Jess Franco, und zu "Nachts wenn Dracula erwacht" geraten??
Das weiß ich nicht mehr. Die Dreharbeiten bei Jess Franco waren immer chaotisch, wir haben "Der Teufel kam aus Akasava" in ganz Spanien gedreht, weil uns die Polizei immer auf den Versen war. In Spanien mußt du eine Drehgenehmigung beantragen, und das dauert 6 Monate bis die spanischen Behörden die erteilen, bis dahin hatte der Jess schon 3 Filme abgedreht! Außerdem brauchten Ausländer wie ich dort eine Sondergenehmigung, weil nur Spanier beschäftigt werden durften, keiner durfte wissen das ich Schauspieler war. Der Jess hat alles schwarz gemacht. Er hatte immer sehr gute Beziehungen und Kontakte und wußte immer schon im Voraus wann die Polizei kommen sollte. Dann hieß es:" Koffer packen", und in der Nacht waren wir schon wieder unterwegs 600 Kilometer weiter nach Allicante. Nach 5 Tagen ging`s dann weiter nach Sevilia, von Sevilia nach Quelva. Top Of Page
Stimmt es, wie der Lom gekommen ist, war der Lee schon wieder weg?
Ja so war es. Die beiden hatten zwar eine Szene zusammen, aber das hat der Jess dann zusammen geschnitten. Top Of Page
Christopher Lee . . .
Ist der typische steife knorrige Engländer, nach dessen Vorstellungen alles zu laufen hat. Die Dracula- Gestalt hat nur in Lees Händen gelegen, der Jess hat ihn da fast total freie Hand gelassen. Der war ja früher Opernsänger und hat auch in Deutschland gesungen, deshalb konnte er auch ganz gut Deutsch. Unheimlich großen Wert hat er auf die richtige Aussprache gelegt. Einmal habe ich so einen Dialog so locker herunter gesprochen, da ruft er :"Stop, . . . Jess, . . . i doubt, that you can`t dub waht he said!" Es wurde sowieso alles nach synchronisiert, es war eine gute Szene, die hat er unterbrochen nur wegen einem Verhaspeler, so ein Arschloch! Jess war auch ganz überrascht, und sagte nur :"Yes we can." Und jede Woche hat Lee gestreikt, weil Towers ihm die Gage noch nicht überwiesen hatte. Top Of Page
Mit Howard Vernon haben sie auch gedreht!
Auch ein wahnsinnig lieber Kerl. Der hat mit Eddie Constantin in Tanger einen Film gedreht. Und der Vernon hat mir erzählt, das er eines Tages zum Constantin sagt :" ich geh jetzt in die Kasbah", also das Amüsierviertel in Tanger, darauf sagte der Constantin :" wie kannst du nur in diese Schweineviertel gehen!"
Top Of Page
Harry Allan Towers hat den Film mit produziert!
Harry Allan Towers ja . . . Towers ist ein halber Mafiosi gewesen, schwierig, schleimig, wollte mal meine Wochengage einstreichen. Da sind wir in Barcelona gewesen, und dort war so ein Säulengang, und ich habe ihn von weiten zugerufen, :" Harry, Harry . . .", da hat er sich schon hinter einer der Säulen versteckt. Als ich dort hinkam, wollte er hinter der Säule schon wieder in die andere Richtung verduften. Also der war nicht zu fassen der Mensch! Er wußte genau wenn man etwas von ihm wollte und hat deshalb immer einen Vorwand gefunden um sich herauszuwinden. Top Of Page
Die Maria Rohm spielte auch in "Nachts wenn Dracula erwacht" mit!
Ja, . . . der Jess hatte einen Regieassistenten, das war ein Amerikaner, das war der aller höchste. Der hatte mit der Maria Rohm etwas. Als Towers, der ja mit Maria Rohm verheiratet war, verpaßte dann mal sein Flugzeug und es passierte, was man schon aus uninteressanten Filmkomödien kannte. Top Of Page
Dann kamen noch "Sie tötete in Ekstase" und "Dr. M schlägt zu". . .
Da kann ich nicht sehr viel zu sagen, denn ich wurde immer nur für ein paar Tage engagiert, und habe mein Drehbuch erst - meist ein Schmierzettel - am Frühstückstisch von Jess Franco bekommen. Ich weis nur noch das wir mal eine Sache an einem Tag in Berlin abdrehten. Jess Franco hat dir ja nie einen Text gegeben, da wurde ja nur improvisiert. Das habe ich alles nur gedreht, so wie man sein Essen zu sich nimmt. In einem gut produzierten Film studierst du deinen Text mit deinem coach ein, dann mit deinem Partner, bis du ihn im Schlaf aufsagen kannst und dann wird’s erst gedreht, so war es z. B. bei "Angelique." Top Of Page
Der Tappert war auch in 3 Franco- Filmen dabei.
Ja der Tappert war ein sehr eitler Typ. Für eine Szene wollte Franco das sich Horst Tappert einen Bart wachsen läßt. Das hat der Tappert rigoros abgelehnt, obwohl es die Rolle erforderte. Mit Hängen und Würgen wurde er dann dazu überredet, sich wenigstens von der Maskenbildnerin einige Stoppeln schminken zu lassen. Die Barbara Rütting hat sich des öfteren mit dem Tappert angelegt. Sie war so ein richtiges Urviech, die bei Sturm und schlechtem Wetter noch ins Meer gesprungen ist um zu Baden.
Top Of Page
Können sie sich noch an Dan van Husen erinnern?
Ja, den habe ich auch mal in einem Italo- Western gesehen. Ich glaub der hat sich ganz schön gemausert, durch seine Spezialauftritte. Top Of Page
Gibt es noch eine schöne Geschichte zu Siegfried Schürenberg?
Oh ja Schürenberg, ein großer Schauspieler, ein Oberschullehrer, mit einer ganz klaren Aussprache, das beste Deutsch das ich je gehört habe. Die Spanier haben über ihn immer ihre Witzchen gemacht, typischer Deutscher und so. Er war schon ein Original, der schon zu Ufa- Zeiten ein Star war. Top Of Page
Soledad Miranda!
Ja traurig, ihr früher Tod. Aber ich hatte keine besondere Beziehung zu ihr, sie war halt nur eine Kollegin. Und für die Art Filme auffallend schüchtern, fast prüde. Top Of Page
Dann kommt eine Fernsehserie für das ZDF, "Duell zu dritt".
Oh, das war das schlimmste was ich je gemacht habe, mit dem Hermann Leitner, fürchterlich. Das ging so weit das wir uns im Hotel "Lido" in Venedig nur angeschrien haben. Der hat einen überfordert, er kam vom Schnitt, ein Newcomer, eigentlich kein Regisseur, eher ein Techniker, der geglaubt hat Schauspieler funktionieren wie Marionetten. Wir hatten gar keine Zeit uns vorzubereiten, und er hat ein Tagespensum in 6 Minuten drehen wollen, in 2 Einstellungen. Darum ist das auch alles so langweilig geworden, eine Soße. Top Of Page
Aber die Geschichte hört sich sehr interessant an. Sie spielen einen Hoteldieb in Venedig, der die Reichen und Schönen bestiehlt.
Genau, es war eine Trickdieb- Geschichte. Ich bin der Jerry Hower der sich in dem Hotel seines Freundes, gespielt von Erwin Strahl, einnistet und durch meinen Freund den Hotelmanager am Klauen gehindert werde. Eine Komödie. Mit einer Szene hätte mich der Leitner fast umgebracht. Ich klaute ein Bild, und das hätte normalerweise einen Styroporrahmen haben müssen, denn der Erwin Strahl mußte mir das Bild entreißen und auf den Kopf schlagen. Der Strahl sagte noch ich solle still halten, denn der Kopf muß durch das Papier. In der Eile schlägt er mir aber den schweren Eichenrahmen genau auf den Kopf. Im Nu war alles voller Blut, und ich hatte eine riesige Platzwunde einmal über den gesamten Kopf. Top Of Page
Dann kam ein Film in Italien mit der Gina Lollobrigida, "Pinocchio", von Luigi Comencini
Das war auch nur eine ganz kleine Rolle. Die Lollobrigida habe ich gar nicht gesehen, aber der Günter Stoll war auch noch dabei, einer meiner absoluten Lieblingspartner. Sie merken ja, ich erinnere mich entweder an die guten oder die schlechten Eigenschaften meiner Partner. Ob sie sensibel waren oder nur Karrieregeil, der Stoll war ein gebildeter lieber Mensch, der Jess Franco auch. Franco wußte über Geschichte, Kultur, Essen etc über alles bescheid wie kein zweiter, wenn du mit dem zum Essen gegangen bist hattest du hinterher auch noch was gelernt. Aber er drückt dir sein Wissen nicht unbedingt auf, das kommt nur wenn es z. B. das Thema erfordert. Lachen und Spaß stand bei Franco immer im Vordergrund. Top Of Page
Mit dem Roger Fritz haben sie für den WDR zusammengearbeitet.
Ja der ist nett, den sehe ich heute noch. Der hat hier in München 2 Restaurants. Top Of Page
Mit Lilli Palmer kam dann ein Fernsehfilm für die ARD
Es ist unglaublich was ich da erlebt habe. Diese Betonköpfe von den Öffentlich Rechtlichen Sendeanstalten. Wir drehten in einer ganz kleinen Kapelle, keiner ging rein, und der ganze Wust an Mitarbeitern war draußen. Und dann hat immer ein Aufnahmeleiter nach dem anderen geschrien :"Ruhe bitte!", und dann der nächste :"Ruhe bitte!", dann der Dritte :"Jetzt aber, absolute Ruhe!" und dann kam noch einer. Das ist doch idiotisch! Und die Sekretärinnen sitzen bei der ARD in einem Glaspalast mit Air- condition, 5x5qm und sind nicht im stand einen Vertrag innerhalb von 4 Tagen abzutippen, geschweige in einer Stunde. Etwas Kleines, was der Jess Franco in Nullkommanichts abdrehen würde, wahrscheinlich noch besser, dazu brauchen die einen riesigen Apparat an Bürokratie. Das hat mich total abgestoßen. Top Of Page
Mit Antonio Sabato drehten sie dann "Il Clan dei Calabresi", Giorgio Stegani.
War ziemlich professionell. Also da habe ich das erste Mal mitbekommen wie man einen knallharten Krimi dreht. Mit einem tollen Regisseur, Stegani, dem war ich nicht böse wenn er mal Lauter wurde, weil es nicht persönlich gemeint war, sondern man merkte das es der Sache diente. Da habe ich viel gelernt, in dieser kurzen Sache. Top Of Page
Auch in Deutschland nicht gelaufen und ein knallharter Gangsterfilm "Fermi tutti! E una rapina."
Das ist nicht erwähnenswert, das ist eigentlich gar nichts. Top Of Page
Aber da haben sie doch eine Hauptrolle?
Ja da war ich der Kommissar. Das war eine schnell zusammen geschusterte Sache, von einem Billig- Film Hersteller. Ein Graf Kirschberg aus München hat dort auch Geld mit rein gesteckt. Alles in Rom an total billigen Drehorten gefilmt. Top Of Page
Aber immerhin mit Robert Woods!
Ach der Robert Woods, der Western- Darsteller. Ein riesig langes Elend. Das war einer der es verstanden hat sich durch seine Statur und seine Stimme in den Vordergrund zu heben, war aber eine absolute Nulpe (!!, Berliner Slang, d. A.). Hat sich aufgeplustert als wäre er der Orson Welles. Top Of Page
Die Österreicherin Karin Field war auch in dem Film.
Ja, das einzige an das ich mich noch erinnere ist, das sie ein Haarproblem hatte. Der Robert Woods mußte sie mal an den Haaren packen und da hatte er die gleich Büschelweise in der Hand. Sie hat mir auch leid getan, psychisch war sie wohl auch nicht die stärkste. Top Of Page
Danach kamen noch einmal zwei Franco- Filme, "Les Nonnes en Lolie" und "L´ Homme plus Sexy du Monde"
Ach das! Das war mehr eine Gaudi, die Nonnen im Rausch . . . (Wie zeigen Fred Williams ein paar Fotos) Ach das haben wir in Portugal gedreht. Da war auch eine hübsche Französin dabei, die hat mich mehr interessiert als der ganze Film. Top Of Page
Pamela Stanford?
Eine Blonde, ganz süß . . . Top Of Page
Pamela Stanford heißt richtig Monique Delaunay.
Ja das war sie. Die hat immer Zigarren geraucht, das war ihr Merkmal. Ja das waren Filme, die hab ich sportlich genommen. Das war der reine Spaß. Top Of Page
Dann kamen wieder zwei Filme mit Benazeraf!
Das eine war ein richtig harter Krimi auf Malta und da hat er noch 2 Experimentalfilme dran gehängt. Die haben eigentlich gar keine Geschichte gehabt, auch alles improvisiert. Der Benazeraf hat folgendes gemacht, er hat immer die Texte vorgesprochen, während des Drehs. Es ist aber nicht schlecht geworden, ich glaube ich habe mal ein paar Szenen gesehen, in Paris. Das machte der Fellini übrigens auch. Top Of Page
Dann kam ein Film mit Fenando Di Leo, der bei uns auf Video hieß "Der Stachel"
Ja von dem Film habe ich mir viel versprochen, weil der Lee J. Cobb da mitspielte. Der ist immer nach Drehschluß in die Spielbank gefahren. Einmal hat er mich überredet mitzukommen und ich habe ein paar Tausend Mark gewonnen. Eigentlich war er ein einfacher Mann, ein Arbeiter, ein Filmarbeiter, man konnte sich mit ihm über Autos unterhalten und über Stereogeräte, das war sein Hobby. Luc Merenda war ziemlich frech zu dem Cobb, er nannte ihn u. a. Opa, der durfte sich bei Di Leo ja alles erlauben, das war ja Di Leos Liebling. Mir war er unsympathisch. Top Of Page
Wen von den großen Stars haben sie bei "Die Brücke von Arnheim " getroffen?
Nur den Anthony Hopkins. Der hat mich damals in meinem Hotelzimmer angerufen, das fand ich sehr nett, um mir zu sagen wir hätten morgen einige gemeinsame Szenen. Er lud mich dann zusammen mit seiner Frau und seinen Eltern zum Essen ein. Das typische Merkmal an Hopkins, ist sein verhaspeln beim Sprechen. Er wiederholt bei seinen Denkpausen ständig die Wörter. Das hört sich ungefähr so an :"and, and, and, and, and, Fred i see you, you, you, you, tomorrow . . . " Er war ziemlich abgehoben, mit seinem Vater habe ich mich besser verstanden als mit ihm. Der Vater hat auch gesagt :"he`s a crazy son, he`s a crazy son!" Der war ein richtig bodenständiger Mann, der verstand absolut nicht warum sein Sohn unbedingt zum Film gehen mußte, das hat ihm alles gar nicht gefallen. Der Hopkins ist natürlich ein großartiger Schauspieler, als Künstler mag ich ihn sehr, der hat mir sehr gut gefallen, z. B. in "Wiedersehen in Howards End" mit der Emma Thomsen. Top Of Page
"Red Nights of the Gestapo" war auch ein Film zum Thema Krieg?
Och (Fred Williams verdreht die Augen), darüber brauchen wir gar nicht zu reden. Der Regisseur war verrückt, der hieß Agostini, der sich mit jedem Schauspieler angelegt hat. Da kam überhaupt keine Spielfreude oder ein Spielfluß auf, weil er ein Egozentriker war, der alle angeschissen hat. Bis ich ihn einmal, als eigentlich bekanntester Darsteller in der Gruppe, so angeschrien habe, das er Ruhe gab. Es ging nicht mehr, der hatte sich wirklich zu lange, zu viel heraus genommen. Top Of Page
"Reporter`s Story" war eine 3- Teilige Fernsehserie von Guido Zurli.
Das war auch nichts, kaum der Rede wert. Top Of Page
Ihre Partner waren William Berger und Erna Schurer.
Ja aber das war eine billige Produktion, für nichts war Geld da, weder zum Essen noch für Spesen. Also das war im Ansatz noch OK, aber man merkte bald daß das nichts werden kann. Top Of Page
Dann kommt eine längere Pause, bis sie 1983/84 wieder mit Fellini gedreht haben. "Das Schiff der Träume".
Ja da wollt ich eigentlich schon nicht mehr. Dann hab ich geheiratet und das Kind kam, da dachte ich mir, jetzt mußt du mal dein Leben ändern und auf Familie machen, damit ich zur Ruhe komm. Als ich das Angebot zu "Das Schiff der Träume" bekam, hat mich das noch einmal angespornt. Für die Dreharbeiten habe ich 6 Monate in Rom gelebt. Aber genau so schnell habe ich wieder gemerkt, das solche Filme sehr selten sind, in Europa. Top Of Page
Herr Williams, wir danken ihnen für das Gespräch und wünschen ihnen auch für die Zukunft alles Gute!


TOP OF PAGE START (c) 2000 Terrorverlag