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Interview mit FRED WILLIAMS
vom Freitag den 13. 08. 99 in München

Ich ging nach Rom um etwas zu erleben . . .
Hier gehts zum zweiten Teil des Fred William Interviews
Einigen wird der Name Fred Williams - speziell durch die Franco- Filme - schon geläufig sein, jedoch werden heutzutage die Wenigsten damit ein Gesicht in Verbindung bringen wollen. Dies überrascht um so mehr, wenn man sich einmal ein wenig intensiver mit der Filmographie des Münchners befaßt. Schon 1963 sorgte er für seinen ersten Kredit in dem Sergio Grieco Film DER EISERNE CAPITANO, ein typisches Mantel- und Degen- Abenteuer des Unterhaltungskinos jener Tage. In welchem immerhin niemand geringere als Barbara Steele seine Partnerin war. Dieser Mann, der sich heute um keinen Preis der Welt fotografieren lassen will, spielte im Laufe seiner Karriere nicht nur den jugendlichen Heißsporn, sondern wurde auch von so renommierten Regisseuren wie Visconti, Fellini und Benazeraf für ihre ambitionierten Werke geholt. Dafür entsprach seine Entdeckung für den italienischen Film mehr einem altbekannten Klischee. Meist kannte man ihn als den Abenteuersuchenden attraktiven Helden, dessen Popularität ihm Ende der 60er allein in Deutschland 14 Fanclubs einbrachte (hauptsächlich durch seine 13teilige TV- Serie RINALDO RINALDINI). Sitzt Fred Williams einem aber heute gegenüber, begegnet man einem eher bescheidenen fast schüchternen und um Sachlichkeit bemühten Mann. Aber sehr schnell wird deutlich, das er schon immer eine bodenständige und nüchtern handelnde Person war, die wenig gemein hat mit der oberflächlich und künstlichen Welt des Showgeschäfts. Williams erkannte rechtzeitig die Zeichen der Zeit und verabschiedete sich nach dem Niedergang des europäischen Films, in den frühen 80ern aus dem unsicheren Filmbusiness. Schon 10 Jahre vorher schuf er sich ein zweites Standbein. Um nicht mehr auf das Gutdünken von Produzenten und Regisseuren angewiesen zu sein, eröffnete der 4 Sprachen perfekt sprechende (Ex-) Star in Münchens bester Lage ein Geschäft für Kindermode. In unserem Gespräch ließ er wohl dosiert, hin und wieder, doch noch sein charismatisches Lächeln aufblitzen, und dann wird klar warum dieser Mann auf die Leinwand gehört. Top Of Page
Herr Williams erzählen sie uns doch bitte zuerst wie sie zum Film kamen.
Es war so das ich 1961 nach Rom ging, um mir halt die Stadt im Urlaub mal anzuschauen. Im Zug lernte ich einen österreichischen Verleger kennen, der dort in Rom einen Kunst- Verlag hatte. Der fragte mich ob ich nicht für ihn arbeiten wolle, als Auslandskorrespondent. Bücher für Deutschland anwerben, Optionen aushandeln, usw. usw. Damals hatte ich gerade mein Ingenieur- Studium beendet und ich sagte zu. Diese Arbeit hat mir sehr viel Spaß gemacht und sie war auch aufregend. Ich lernte viel über Literatur und bin für meine Recherchen sogar in den Vatikan hereingekommen. Ich mußte für eine Papstgeschichte Fotomaterial sammeln. Ja, und wenn man in Rom lebt, lernt man natürlich automatisch viele interessante Leute kennen. Wie einen Freund den ich auf der Via Veneto getroffen habe, das war ein sizilianischer junger Herzog, der Herzog von Taurisano, in meinem Alter. Sein Vater war schwer reich, in Sizilien hatten sie große Besitzungen. Er war gerade in den Vorbereitungen für seinen ersten Film, und er Fragte mich ob ich nicht eine Karriere wie Alain Delon machen möchte und ein Star werden wollte. Da in mir schon immer zwei Seelen wohnten, eine künstlerische und ein technische, und ich mich auch mit dem Verleger ein bißchen überworfen hatte - er wollte mir keine größeren Verantwortlichkeiten einräumen -, sagte ich warum eigentlich nicht. Z. B. wollte ich in dem Verlag durchsetzen endlich Taschenbücher zu produzieren. Der Verleger sagte aber :"des wär a Schmarn, in Italien liefen nur schwere gebundene Bücher". 5 Jahre später kamen dann die ersten Taschenbücher auf den Markt und die Verlage verdienten sich eine goldene Nase. Taschenbücher waren günstiger zu produzieren und somit im Preis für den Kunden viel interessanter. Ja, und so machte ich meinen ersten Film Il Capitano di Ferro Top Of Page
Von Sergio Grieco, der bei uns leider nicht ins Kino kam. Aber er lief im Fernsehen, im mdr als DER EISERNE CAPITANO
Ja? Tatsächlich? Schau an. Ja die Dreharbeiten waren schon eine irrwitzige Geschichte. Wir drehten in Zagreb, und es wurde ein riesiger Reinfall. Der Film hatte viele Massenszenen, und so mußten unheimlich viele Statisten beköstigt und natürlich auch untergebracht werden, fatalerweise regnete es 30 Tage. Das führte dazu das die Versicherung den Schaden zum Schluß nicht mehr auffangen wollte. Und so ist der junge Produzent Giani Luca di Taurisano schon mit seinem ersten Projekt pleite gegangen. Den Film hat dann für wenige Hunderttausend Mark ein Kurator übernommen, und der Herzog Di Taurisano hat alle Rechte abtreten müssen. Er wollte mich aber trotz allem vertraglich an sich binden, und da habe ich ihm natürlich klar zu machen versucht das ich so nicht weiter komme. Ich habe mich dann gelöst von ihm, was nicht leicht war, denn er war Sizilianer. Wir haben dann gestritten, er hat mit allem Möglichen gedroht, es ging sogar über das deutsche Konsulat, und dann kam der Bruch. Wir haben uns dann etwas später wieder vertragen, ich habe ihm sogar in seiner Misere - er hat ja sogar Möbel verkaufen müssen - noch unter die Arme gegriffen, so gut ich konnte. Top Of Page
In dem Film war Barbara Steele ihre Partnerin, die zu der Zeit schon mit Fellini und Bava gedreht hatte.
Ja, eine sehr hübsch Frau, die auch sehr verrückt war. Sie ist mit Stuntleuten herumgezogen, und hat ihren Playboys und Verehrern auch schon mal einen Porsche gekauft, von ihren Gagen. Sie selbst hat sich nicht so viel gegönnt, das war halt ein Fehler, meines Erachtens. Meine Rolle war die der rechten Hand des Capitanos, der ihn ab und zu aus der Bredouille hilft. Top Of Page
Sie durften in diesem Film viel reiten, meist neben dem männlichen Hauptdarsteller dem Spanier Gustavo Rojo.
Ja das stimmt, Gustavo Rojo war zu der Zeit der Ehemann der gutaussehenden Österreicherin Erika Remberg. Ich habe da alles gelernt, Reiten, Fechten, und ein wenig Scheuspielerei. Ich hatte damals natürlich keine Schauspielausbildung. Später habe ich dann privat Unterricht genommen. Top Of Page
Können sie noch etwas zu dem Regisseur Sergio Grieco sagen?
Sehr sehr nett und laut. Top Of Page
Nicht Cholerisch oder pedantisch?
Nein, eher phlegmatisch. Er hatte aber alles ruhig und gelassen im Griff. Er war auch sehr nett zu mir, und hat mich nie spüren lassen das ich keine Schauspielausbildung habe. Er hat sich viel Zeit für mich genommen und mich, völlig gelassen, an die Dinge heran geführt. Schade das er schon so früh gestorben ist. Top Of Page
Und kurze Zeit später, im selben Jahr, kam aber schon ihr zweiter Film.
Ja das war eine Komödie mit Chicco Ingrassia und Franco Franchi. THE SHORTEST DAY eine Parodie auf THE LONGEST DAY. Da hatte ich aber nur ein paar Drehtage. In einer typischen Verwechslungsszene bin ich ein österreichischer Hauptmann der sich bei seiner Geliebten, gespielt von Virna Lisi, im Kleiderschrank vor ihrem Ehemann verstecken muß. Top Of Page
Dieser Film kam auch nicht nach Deutschland, aber sie spielten das erste Mal für Bruno Corbucci.
Ja, auch mit ihm hatte ich ein sehr gutes Verhältnis. Ich kam eigentlich mit allen Regisseuren gut zurecht, außer mit einem aber dazu kommen wir später noch. Top Of Page
Dann kommen wir zu ihrem nächsten Film, einem wunderbaren Kostümfilm und Thriller, IN KETTEN ZUM SCHAFOTT. Mit Enrico Maria Salerno, Sylva Koscina . . .
. . . und Michèle Morgan, Gastone Moschin und die Hauptrolle spielte Jaque Peren. Ja den mag ich auch sehr. Es geht um einen Mord in den höchsten gesellschaftlichen Kreisen, im Venedig des 17. Jahrhunderts. Ich bin der Neffe des Dogen von Venedig, der ein Verhältnis mit der Koscina hat und mache den Herzog Eifersüchtig, dieser ersticht mich dann . . .  Der Film wurde nach einer wahren Geschichte gedreht, die sogar historisch belegt ist. Top Of Page
Wie war den die Frau Koscina als Partnerin?
Hysterisch. Top Of Page
Dann war sie eine richtige Diva?
Ja, Diva? Mein Gott, sie hatte halt immer ihren Geliebten dabei, der ihr ständig das Täschchen holen mußte, denn irgendwie fehlte ihr immer etwas. Dann mußte sie sich wieder das Näschen pudern, oder hatte sonst Probleme. Sie mußte halt ständig die Puppen springen lassen. Top Of Page
Und Duccio Tessari?
Ein Bonvivant! Der konnte ekelhaft sein, er hat sich zwar jovial gegeben, war aber im Grunde genommen ein Choleriker. Top Of Page
War er ein Handwerker oder eher ein Künstler?
Ich glaube eher ein Künstler. Hatte immer eine rote Nelke im Knopfloch, und ging immer so aufgeblasen, eigentlich hätte man ihn für schwul halten können. Ja, war er wahrscheinlich auch. Top Of Page
In welcher Sprache wurde dort gedreht?
Italienisch. Da habe ich eine furchtbare Szene geliefert. Sie müssen sich einen Saal vorstellen der 25 Meter lang ist, mit Säulen eingerahmt und sehr hoch, den Palazzo Piti. Dort drehten wir eine Massentanzszene, und zwar eine Einstellung die allein 7 Minuten dauerte. Wir tanzten einmal durch den ganzen Saal, und zum Schluß mußte ich mich vor der Michèle Morgan verbeugen und meinen Text aufsagen. Die war ja damals eine der schönsten Frauen die der europäische Film gehabt hat. Und das hat mir so einen Spaß gemacht, das ich mich irgend wie in Trance tanzte, so eine Art Meditation, das ich am Ende meinen Text vergessen hatte. Alles hat geklappt, lief wie am Schnürchen, nur der Schluß nicht. Also drehten wir alles noch einmal, und wieder klappte es nicht. Da hat der Tessari einen Schreikrampf gekriegt. Er schrie:"  Freeeeeed, was machst du mir hier!!?" Ich sagte :"Tut mir leid, das kannst du doch irgend wie dann da rein schneiden?" , "Nein das kann ich nicht! Das muß in einer Einstellung gedreht werden, alles Synchron sein." Beim dritten mal hat mir dann die Michèle Morgan immer auf den letzten Metern den Text vorgesagt. Das kann schon furchtbar sein, wenn man erst mal einen Hänger hat, verliert man ihn den ganzen Tag nicht mehr. Im Film, ist dann natürlich diese lange Einstellung doch nicht drin! Top Of Page
Also war Michèle Morgan eine sehr kollegiale Partnerin?
Natürlich, sie war eine Grande dame, nicht nur im Film. Sie war mit dem französischen Regisseur Julen Julè Verheiratet. Top Of Page
Zu der Zeit waren sie ja noch nicht verheiratet. Wie war denn das als gutaussehender aufstrebender Schauspieler in Rom?
Ja das können sie sich doch vorstellen! Z. B. bei dem Film, was glauben sie was da los war!? Da war der ganze Adel aus Venedig und Umgebung, da waren die ganz jungen Mädchen und nur die hübschesten, die wollten ja alle zum Film. Die Hofdamen hat man komplett aus den Adelskreisen rekrutiert, für den Ball, teilweise haben die in dem Palazzo in dem wir drehten gewohnt. Und ich bin schon nicht zu kurz gekommen, ich habe ein Leben geführt wie Casanova selbst. Ich bin in jeden Palazzo in Rom rein gekommen, und dann morgens durch die Hintertür wieder raus. Top Of Page
Wieso kommt es eigentlich das man in internationalen Produktionen nie ihre eigene Stimme hört.

Ach das wäre ja viel zu umständlich. Die Synchronstudios haben doch nie gefragt ob man das machen würde. Das gab es nur bei den ganz großen Filmen. Die Romy Schneider hat sich z. B. selbst synchronisiert, obwohl sie so eine kleine piepsige Stimme hatte.

Ja, das stimmt. Ich glaube, er hat seinen Kopf in den Gasherd gelegt. Aber ich kann nicht sagen warum. Ich kannte seinen Schwiegervater sehr gut, ein großer deutscher Verleger. Top Of Page
Wie sind sie dann nach Paris gekommen? Für COVER GIRLS!
Es war zu der Zeit nichts los in Rom, kaum Produktionen, es gab dort plötzlich eine Filmkrise. Und ich hatte wieder Glück, denn Benazeraf wollte mich unbedingt für diesen Film. Ein sehr netter Kerl, mit dem ich mich glänzend verstanden habe, fast so gut wie mit dem Jess Franco. Benazeraf konnte auch sehr ekelhaft sein, aber wenn er wen mochte, trug er den auf Händen. Für diesen Film konnte er jeden haben, für wenig Geld, und alle wollten bei diesen Film  -Cover Girls- dabei sein, er hatte völlig freie Hand. Ich glaube es waren dann auch ein paar Stars in dem Film? Top Of Page
Giorgia Moll und Heidi Wallser.
Ja richtig, Heidi Wallser, ein bildhübsches Mädchen, wie die Michele Pfeiffer in jung! Damals war sie die Freundin von Gunther Sachs. Top Of Page
Wieso werden sie eigentlich in sämtlichen Lexika in denen der Film steht als Tex Williams geführt?
Er hat sich eingebildet -der Benazeraf- ich müßte mich umtaufen in Tex Williams. Aber wenn man schon ein paar Filme als Fred gemacht hat, ist Tex eigentlich keine besonders gute Idee, ich bin ja kein Texaner. Der Film wurde ja eher zwiespältig vom Publikum aufgenommen. Es ist halt ein teilweise wirrer Inszenierungsstil. Heute gilt er als Kultfilm, der in die Cinemathek aufgenommen ist. Top Of Page
"Le Cocu Magnifice" ist . . .
. . . auch nur ein Film der einen Tag gedauert hat. Ich bin ein Liebhaber, der den Bernard Blier eifersüchtig machen muß, den Mann von der Claudia Cardinale. Ich habe mit dem Mann von der Heidi Brühl -Brett Halsey- zusammen gedreht. Ich kann mich noch erinnern, das die mich für den Drehtag mit einem silbernen oder goldenen Zigarettenetui abspeisen wollten. Da habe ich gesagt : "nee!  . . . entweder das wird anständig bezahlt, oder ihr könnt euch einen anderen suchen." Und der Regisseur, der Pitrangeli, hat auf mich bestanden. Ich bekam damals 1500,- DM bar ausgezahlt. Der Produzent hat mich von dem Moment an gehaßt, weil alle Komparsen, inklusive Brett Halsey, nicht mehr als 200,- DM auf die Hand bekamen. Der Produzent hat mich dann von seiner Liste gestrichen, für weitere Projekte. Aber mir war das Wurscht.   Top Of Page
Was würden Sie heute einem jungen Kollegen raten wollen?
Wenn ich Kollegen fragen, wofür sie sich halten, und sie antworten „Schauspieler", halte ich ihnen entgegen: „Nein, du bist nicht mehr als ein Handlungsreisender, ein Zwischenträger zwischen dem Produzenten und dem Konsumenten. Der Beruf besteht zu 95% aus Schweiß und zu 5% aus Inspiration. Arbeit ist das Wichtigste. Talent oder Begabung ist eine Sache, die hat man oder nicht. Viele sollten ihr künstlerisches Brett vor dem Kopf abstreifen und die Ware herstellen, die das Publikum mag. Das ist die einzige Aufgabe dieses Berufs. Der Zeit den Spiegel vorhalten, aber die Leute dabei unterhalten! Diese subventionierte Oberlehrerhaftigkeit des deutschen Films war doch die größte Scheiße. Und heute, wenn ich da einen Wedel sehe, der mit seinen Schauspielern per Megaphon spricht und St. Pauli in München nachbauen läßt, da fasse ich mir doch an den Kopf! Top Of Page
Wie war denn Claudia Cardinale?
Mit der habe ich danach noch mit Visconti gedreht, sehr nett, ausgesprochen nett, kollegial und warmherzig . . Top Of Page
. . . und der Ugo Tognazzi?
. . . habe ich nicht kennengelernt. Mit ihm hatte ich keine Szenen. Top Of Page
Und wie war ihr Verhältnis zu Visconti?
Ein Mann von ungeheurer Kultur, den hatte ich schon vorher kennengelernt. Wir heben ein sehr enges privates Verhältnis gehabt. Ich habe in Rom schon Wert darauf gelegt mit solchen Leuten umzugehen, mehr als auf irgend welche 2. Klassigen Regisseure. Top Of Page
Gehörte Helmut Berger zu der Zeit schon zu Viscontis Freundeskreis?
Später, später . . . Top Of Page
Haben sie Helmut Berger jemals getroffen?
Na ja sicher! Ein Nachtclub Besitzer von Iskia hat in mit raufgezerrt nach Voltaira, in Lederhosen, da hat Visconti Feuer gefangen. Top Of Page
Und wie war der Berger so . . . ?
. . . ja, der Helmut war nett und witzig, aber auch bösartig! Eifersüchtig auf . . . ja, Eifersüchtig auf alle, ich habe keinen besonderen Wert darauf gelegt in seiner Gesellschaft zu sein. Top Of Page
Wollte Helmut Berger unbedingt Karriere machen?
Jaaaa, der? Unbedingt! Im Gegensatz zu mir, ich wollte nicht um jeden Preis Karriere machen, so groß war mein Ergeiz gar nicht. Das möchte ich einmal ganz deutlich klar machen, mir hat das Leben, das Drumherum beim Film mehr gefallen als Karriere zu machen. Wie soll ich das sagen, daß man spielt, ist nur notwendiges Beiwerk, ich halte auch gar nichts von Karrieren! Top Of Page
Haben sie manchmal daran gedacht andere Sachen beim Film, "hinter der Kamera", zu machen?
Nein, ich hätte das machen können, auch der Visconti hat mir angeboten bei verschiedenen Theateraufführungen mitzuarbeiten. Aber das war mir alles zu aufwendig, zu anstrengend . . . Top Of Page
Kinski hätte gesagt : it`s unhealthy. Ihre Partner waren der Michael Craig und der Jean Sorel! Top Of Page
Ohh, das war überhaupt eine ganz tolle Clique, wir waren ja alle zusammen in Voltaira, haben dort zusammen gelebt und gefeiert, gestritten und gelacht, Monate lang wie eine Familie. Jean Sorel war ein bißchen gehemmt, immer ein wenig unter der Fuchtel seiner Ehefrau - Anna Maria Ferreo - , sie hat genau aufgepaßt. Die Anna Maria Ferreo hat ja offen gesagt, sie stellt ihre Karriere in den Hintergrund, damit der Jean groß raus kommt. Aber der ganz große Star ist er auch nicht geworden, dafür ist ihm etwas wichtiges abgegangen. Wissen sie, a biser`l was Bösartiges muß a Schauspieler scho haben, er war zu weich, zu lieb . . . So wie der Helmut Berger der das ein wenig übertrieben hat. Top Of Page
Kinski machte das in Vollendung . . .
Ja, aber Kinski hat das gar nicht so gemeint glaube ich, er hat das wohl oft aus Jux getan, mehr oder weniger. Kinski war nicht Bösartig, das war seine Art von Humor, Kinski war goldrichtig . . .

Als nächstes kam dann für sie ein weiteres italienisches Schwergewicht von Regisseur, Federico Fellini!

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Als nächstes kam dann für sie ein weiteres italienisches Schwergewicht von Regisseur, Federico Fellini!
Fellini hatte einen ganz besonderen Humor. Er ließ eigentlich einem Schauspieler sehr viel Freiraum, fast wie Jess Franco, "mach das mal so, wie du das für richtig hälst !" Wenn man eine Sache nicht ganz so spielte wie er sich das vorgestellt hatte, die als Variante aber auch interessant war, konnte es schon passieren das Fellini die dann übernahm. Top Of Page
Erst 1965 kam ihr erster Deutscher Spielfilm, "Die Herren", Regie Alfred Weidenmann. Mit Lilli Palmer, Robert Hoffman, Paul Hubschmid, Peter van Eyck . . .
Das war eine sehr gute Besetzung. Mit dem Robert Hoffman habe ich ein sehr gutes Verhältnis gehabt, wir sind in Hamburg immer zusammen durch die Gegend gezogen. Weidenmann hatte auch viel Humor. Vor einem Dreh sagte er im Beisein von Lilli Palmer:" Jetzt holt mal den Paul aus dem Eisschrank!" (allgemein. Gelächter) Peter van Eyck oder Hans Söhnker habe ich nicht näher kennengelernt, aber sie waren sehr höflich und sehr nett und spontan. Es gab schon ein paar tolle Leute hier, aber die waren wenige. Also im Filmbusiness hat man hier eigentlich mit keinem ein herzliches Verhältnis gehabt, wie das in Italien oder Frankreich üblich war. Top Of Page
"Angelique und der König" ist der Film den sie noch sehr mögen?
"Angelique und der König" war nett ja. Oh, das sind alles Filme bei denen sich ungeheuer viel zugetragen hat. In einer Szene habe ich die Angelique Darstellerin Michele Mercier auf den Boden fallen lassen, ich sollte sie für eine Großaufnahme auf Händen tragen, und ich hatte noch zwei Pistolen links und rechts, und sie hat die ganze Zeit nur genörgelt und rumgemault, da ist sie mir halt entglitten, na und etwas hab ich sie auch fallen lassen. Mit ihr bin ich nicht so gut ausgekommen. In der Zeitung hat man mich daraufhin auch noch völlig falsch zitiert:" Sie war ein Stück Holz." Mit dem französischen Produzenten Francis Chon hatte sie sich dann auch zerstritten. Bei der Premierenfeier in Paris ist sie nicht mehr eingeladen gewesen, sie hatte es schon zu weit getrieben, ihr wurde noch nicht einmal der Zeitpunkt der Uraufführung mitgeteilt Zur Premiere nach München sollte eigentlich auch Robert Hossein kommen, und ich sollte beide am Flughafen abholen. Eigentlich wollte ich das nicht, habe es aber doch gemacht. Und am Flughafen war sie dann wie ausgewechselt, mit offenen Armen kam sie auf mich zu - aus bekannten Gründen natürlich -halb gespielt, es waren aber auch echte Gefühle dabei. Top Of Page
Hier gehts weiter zu Teil2 des Interviews.
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